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Geo
Special "Bedrohte Tiere" von 1982
ROTE LISTE:
Mit den Pflanzen und den Tieren vernichten wir auch unser Leben. Für
1800 Tierarten herrscht in der Bundesrepublik akute Gefahr. Dieses Dokument
konfrontiert uns seit 1977 mit den Toten von morgen in unserer direkten
Umgebung. Doch noch längst ist nicht das ganze Ausmaß des Schwundes
und der Bedrohung der bei uns heimischen Arten erfasst. Weil wir viele
Tiere nicht einmal kennen, wissen wir auch nicht, wie es um sie steht.
GEO stellt 40 gefährdete Arten vor und analysiert die Gründe
für deren Situation - stellvertretend für alle anderen: Lachs,
Kammolch, Hirschkäfer, Kreuzotter, Seehund, Flussperlmuschel, Apollofalter,
Mausohr, Flusskrebs, Wanderfalke und Blaukehlchen
ZUGVÖGEL: Ob sie ankommen, weiß nur der Himmel - jeden
Herbst nimmt die Reise in den Süden für Abermillionen von Zugvögeln
ein tödliches Ende. Denn rings um das Mittelmeer lauern Jäger
und Fänger auf die leichte Beute
ENDRIN: "Die öffentliche Hand ist der größte
Umwelt-Schädling". Jahrelang konnten Obstbauern mit Duldung
der Behörden das Wühlmausgift ausbringen. Das kostet ungezählte
Greifvögel das Leben
DIE GEMEUCHELTE SCHÖPFUNG: Jäger machten oft den Anfang,
die Zivilisation besorgte den Rest: inzwischen klaffen im Bestand vieler
Tierarten so große Lücken, dass schon die kleinste Störung
das Ende einer Art bedeuten kann
DIE ANPASSER: Ein Eichhörnchen frisst dem Menschen aus der
Hand - viele Wildtiere haben sich an uns gewöhnt und gelernt, dass
es sich in der Zivilisation gut leben lässt
DER TÖDLICHE TREND: Die Zahl der weißen Flecken wächst
bedrohlich: ein über die BRD gelegtes Raster zeigt den Schwund von
Vögel- und Säugetierarten in nur zwei Jahrhunderten
STERBEN NACH DEM GRÜNEN PLAN: Hauptfeind unserer heimischen
Tierwelt ist die Landwirtschaft. Gift, Kunstdünger und schwere Maschinen
haben die Tierarten dezimiert
WEIL DIE NATUR NICHT KÄMPFEN KANN: Gemeinsam mit anderen Verbänden
streitet die "Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems"
für eine intakte Hunte-Niederung
ZERSTÖRTE LEBENSRÄUME: Wir haben die Wahl - das Beton-Kleeblatt
einer Autobahn-auffahrt ist ein Beispiel dafür, wie radikal wir bereits
einst artenreiche Lebensräume zerstört haben. Doch es geht auch
anders: wir Menschen allein entscheiden, wie viele Tiere mit uns leben
können
LEBEN IN KETTEN: Fressen und gefressen werden - dieses Lebensprinzip
verbindet alle Tiere und Pflanzen miteinander. So entsehen komplizierte
Nahrungsketten - wenn sie zerreissen, gerät das gesamte Naturgleichgewicht
in Gefahr
TRAINIEREN FÜR DIE FREIHEIT: Jahrhundertelange Verfolgung
und die Verdrahtung unserer Landschaft hatten dem Uhu fast den Garaus
gemacht. Jetzt ist die kostspielige Wiederausbürgerung von Zuchtvögeln
seine letzte Chance
WOHNUNGSNOT FÜR WASSERMARDER: Der Fischotter ist wie kein
anderes Säugetier hierzulande vom Aussterben bedroht. Aussetzungen
sind fragwürdig, solange Bäche begradigt und betoniert werden.
Nur in einer naturnahen Umgebung könnten die eleganten Schwimmer
wieder ihre Baue graben
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