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Geo
Wissen 32 "Verhalten-Persönlichkeit-Psyche"
VERHALTENSSTUDIEN:
Typisch menschlich - wir sind geborene Verhaltensforscher, immer fasziniert
von dem, was andere machen. Wir "lesen" in fremden Mienen, deuten
Blicke, interpretieren Gesten. Nach Jahrmillionen Jahren der Praxis im
Beobachen unserer Mitmenschen verstehen wir oft intuitiv, weshalb jemand
lacht, weint, angibt, heuchelt oder schmollt
NEUROBIOLOGIE: Die verkannte Macht der Mütter - Menschen sind
vor allem vernünftig. An dieser Überzeugung haben Philosophen
lange Zeit festgehalten, Emotionen waren suspekt. Doch der Blick von Hirnforschern
auf das private Theater unter der Schädeldecke offenbart, dass Empfindungen
den Menschen viel stärker beeinflussen als vermutet: sie sind der
entscheidende Antrieb unseres Tuns - unverzichtbarer Kompass beim Navigieren
durchs Leben
KO-EVOLUTION: Karriere eines Einschmeichlers - nicht der Mensch
hat den bösen Wolf "gezähmt", sondern das Raubtier
hat die Wildnis freiwillig verlassen. Auf dem Weg zum perfekten Partner
musste es nur noch lernen, sich als Partner unentbehrlich zu machen
LEBENSVERLÄUFE: Der weite Weg zum Ich - Menschen beschliessen:
so kann es nicht weitergehen. Sie wechseln ihren Job, ziehen in ein anderes
Land, lassen sich scheiden oder drücken die letzte Zigarette aus.
Wie entsteht der Wunsch, sein Verhalten, sogar das eigene Leben umzukrempeln?
Wovon hängt es ab, ob das, was man sich vogenommen hat, tatsächlich
gelingt? GEO schlüpfte in verschiedene Rollen und hat andere Persönlichkeiten
anprobiert wie Kostüme
LEBENSDEUTUNG: Unsere Sehnsucht nach Sinn - nichts ist schlimmer,
als unverstandenen Kräften ausgeliefert zu sein. Das Urbedürfnis
nach Orientierung führt die meisten Menschen zu irrationalem Verhalten:
sie deuten Vorzeichen, spüren Muster auf, beschwören höhere
Mächte, finden Antworten in Religion, Aberglaube - und Magie
DISKUSSION: Das Verbrechen im Kopf erkennen - Gespräch mit
Dieter Braus, Leiter der Professur "Bildgebung in der Psychiatrie",
Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie,
und Thomas Metzinger, Professor für Theoretische Philosophie. Terroristen
überführen, Pädophile entdecken, sozial auffällige
Jugendliche durchleuchten - mithilfe der Neurotechnik lässt sich
vielleicht schon bald das Verhalten des Menschen vorhersagen. Doch dürfen
wir Gedanken lesen, um Straftaten zu verhindern und Kinder umzuerziehen?
AGGRESSION: Gewalt ist männlich, Gemeinheit weiblich. Weltweit
sterben täglich Tausende Menschen eines gewaltsamen Todes. Warum
die Täter fast ausschliesslich Männer sind, können Forscher
seit kurzem erklären. Und auch, warum Frauen nicht weniger aggressiv,
aber seltener handgreiflich werden
PFLANZENVERHALTEN: Sie sind zwar grün, aber gar nicht dumm
- Strategien bei der Partnersuche, Rivalität und Kommunikation, die
wir von Tieren und Menschen kennen, traut man neuerdings auch Pflanzen
zu
PARTNERWAHL: Liebe geht durch die Nase - dass wir jemanden gut
riechen können, hielten wir lange Zeit nur für eine Redewendung.
Mittlerweile wissen wir es besser: Frauen wählen - oft ohne dass
es ihnen bewusst ist - den "Richtigen", weil sie seinen Duft
anziehend finden. Und das liegt nicht am Deo, sondern an den Signalen
seines Immunsystems
SEXUALVERHALTEN: Warum kommt es immer wieder zum Kampf zwischen
den Geschlechtern? Das Liebesleben der Tiere ist reich an Rekorden, Monstrositäten
und Abgründen
ZWILLINGE: Geteiltes Leben, doppeltes Leben - eine Laune der Natur
hat es gewollt, dass Lori und Reba Schappell unzertrennlich sind. Die
Schwestern kamen, an ihren linken Schläfen zusammengewachsen, vor
42 Jahren in den USA zur Welt. Ihre Gene sind identisch, und zwangsläufig
leben sie in derselben Umwelt. Dennoch besteht ihr Alltag aus Gegensätzen,
die jede für sich auskostet. Eine normale Beziehung würde daran
zerbrechen. Doch die beiden haben gelernt, was die lebenslang unentrinnbare
Nähe erträglich macht
NAHRUNGSBILANZ: Gefährliche Mahlzeiten - Streitsucht, Rastlosigkeit,
Lernschwäche - falsche Ernährung macht Menschen nicht nur dick
und krank, sondert ändert auch ihr Verhalten. Was wir täglich
zu uns nehmen, in fester wie flüssiger Form, als Snack, Fast Food
oder Menü, kann sogar wie eine Droge wirken
FAULHEIT: Von der unmöglichen Leichtigkeit des Nichtstuns
- mehr noch als mit ununterbrochener Arbeit tun sich viele Menschen mit
dem Müßiggang schwer. Bekennende Faulpelze lassen sich kaum
finden, und solche, die sich in der Freizeit nicht zur Beschäftigung
verpflichtet fühlen, im Ruhestand nicht zur Unruhe. Sollte der Mensch
von den Tieren lernen? Macht er etwas falsch?
FRIEDENSSTIFTER: Auf Bajonetten kann man nicht sitzen - jeder Mensch
will Frieden. Doch nur wenige wissen, was sie selbst dafür tun können.
Den Mitgliedern der katholischen Laiengemeinschaft Sant´Egidio in
Rom war das Gebet für den Frieden nicht genug. Zuerst kümmerten
sie sich nur um die Armen in der Nachbarschaft, bald aber mischten sie
sich auch in international Konflikte ein, still und beharrlich. Mit ihrer
Hilfe treffen sich Todfeinde, überwinden ihren Hass und erfahren,
dass friedliches Verhalten erlernt und geübt werden muss
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