Dusch-WC
versorgt sich selber mit Strom ohne zusätzlichen Stromanschluß
Wenn man
irgendwann einmal auf ein Dusch-WC umsteigen möchte, fehlt einem
in der Regel der Stromanschluß im WC-Bereich. Aber auch kleine
Stromverbraucher tummeln sich inzwischen am stillen Örtchen, wie
z.B. elektronische Betätigungsplatte für die Toilettenspülung.
Der skandinavische Sanitäranbieter TFOS-MMID hat sich nun etwas
einfallen lassen, um elektrische Energie vor Ort verfügbar zu machen,
ohne deshalb auf Batterien zurückgreifen zu müssen. Er hat
sich dabei offensichtlich die EnOcean-Technologie zum Vorbild genommen,
die bereits seit geraumer Zeit mit batterieloser Funktechnologie für
die Gebäudetechnik etabliert ist.
Während EnOcean kinematische Energie aus dem Betätigen eines
Lichtschalter oder eines Fenstergriffes gewinnt und in elektrische Energie
umwandelt, hat TFOS-MMID den Toilettensitz als Energiespender für
sich entdeckt. Es entstand ein Toilettendeckel, der über einem
kleinen Stromgenerator und einem LI-Akku verfügt.
Der Strom reicht aus, um bei einem "großen Geschäft"
automatisch ein Magnetventil zur zentralen Entlüftung zu öffnen
(und nach 10 Minuten wieder zu schließen), um unangenehme Düfte
direkt vom Tatort aus über das Spülwasserrohr abzuführen
- eine entsprechender Unterputzspülkasten ist allerdings Voraussetzung.
Die eingebaute Elektronik kann die Absenk, automatik nach einer frei
definierbaren Zeit selber in Gang setzen, damit nie mehr ein geöffneter
Toilettendeckel den Hausfrieden stört. Vermutlich ebenso erfreulich
für die Hausfrau dürfte die eingebauten Photozelle sein, die
im Fall der Fälle einen Signalton initiiert und damit an den Gebrauch
der Toilettenbürste erinnert. Denkbar sind auch beleuchtete WCs:
energiesparenden LEDs sei Dank. Licht im Klo muss dabei gar nicht als
Gag verstanden werden, vielmehr wird sich jeder schlaftrunkene Nutzer
über ein gedämpftes Orientierungslicht freuen. Geprüft
wird zudem noch, ob mit UV-Licht Bakterien neutralisiert werden können.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für die Mini-Energie ist bereits
in der Entwicklung: Der Strom soll eine kleine Laboreinheit betreiben,
die in das WC integriert wird und regelmäßig aus dem Urin
automatisch einige wichtige Daten, wie z.B. den Zucker-Wert, ermittelt
und so bei der Früherkennung von Krankheiten hilft. Man darf gespannt
sein, was den Skandinaviern noch einfällt, um aus wenig Energie
viel zu machen. Möglicherweise wollen sie in den Spülwasserkanal
auch noch eine kleine Wasserturbine einbauen - anstatt eines üblichen
Druckverminderer, um dann wirklich ausreichend Energie zur Verfügung
zu haben.