Hydraulischer
Abgleich - Teil 4 - Energieeinsparung durch Nutzerverhalten und Austausch
der Heizungspumpe
Zwei Drittel
aller Energieeinsparpotentiale in Deutschland im Heizungsbereich entfallen
auf das Einfamilienhaus bzw. Zweifamilienhaus. Fast 20 Millionen Umwälzpumpen
sind hier verbaut.
Gerade im Sanierungsfall ist eine für die Auslegung notwendige
Rohrnetzberechnung kaum möglich, hier wird ersatzweise mit Überschlagswerten
gerechnet, dies ist rechtlich auch zulässig. Mithilfe eines bekannten
Wärmebedarfs (Heizkessel-Größe, -Wirkungsgrad und -Auslastung)
und einer festgelegten Temperaturspreizung errechnet man den Volumenstrom
eines jeden einzelnen Heizkörpers und damit dessen Thermostatventil-Voreinstellung.
Nach DIN 18380 muß bei bestimmungsgemäßem Betrieb aller
Wärmeverbraucher (Heizkörper, Fussbodenheizung etc.) die Versorgung
mit Heizungswasser gewährleistet sein. Dies gilt auch bei einer
Raumtemperaturabsenkung (z.B. Nachtabsenkung) oder bei/nach Betriebspause
der Heizungsanlage.
Heizungsanlagen sind miteinander nicht vergleichbar, selbst absolut
baugleiche Anlagen (z.B. in einem Reihenhaus) können nicht pauschaliert
betrachtet werden. Schätzungen zufolge spart ein hydraulischer
Abgleich in 85% aller deutschen Haushalte bzw. Heizungsanlagen ca. 15%
Energie ein.
Fehlerhafte Einflüsse auf diese Annahmen sind das Nutzerverhalten,
z.B. das Lüftungsverhalten (Fenster auf Kippe, Stoßlüftung),
Kältebrücken in der Außenwand des Gebäudes, das
`Warmwasser-Verhalten´ (mehr Duschen, weniger Badewanne), die
korrekte Raumtemperatur-Regelung über Thermostatventile oder ein
Raumthermostat usw.
- Erhöhung
der Raumtemperatur um 1°C bedeutet ca. 6% mehr Energieverbrauch
- Der
Abgasverlust steigt um ca. 0,07 % je Abgastemperatur. Beispiel: Durch
Erhöhung der Kesseltemperatur und damit der Abgastemperatur um
30°C steigt der Energieverbrauch allein über die zunehmenden
Verluste über die Abgase um ca. 2,1 %
- Die
Strahlungsverluste vom Heizkessel an den Aufstellraum steigen um ca.
0,03 % je Grad Kesseltemperatur. Beispiel von oben: Bei 30°C mehr
Kesseltemperatur ergibt sich ein weiterer Energiemehrverbrauch von
fast 1,0 %
- Die
Verteilungsverluste im Rohrnetz (in den Rohrleitungen zwischen Heizungskessel
und Heizkörper) steigen um 0,15 % je Grad Kesseltemperaturerhöhung.
Zurück zum Beispiel: Bei angenommenen 30° Kessseltemperaturanhebung
addieren sich weitere ca. 4,5 % Energieverlust hinzu.
Hinzu kommt
die überhöhte Pumpenleistung: Der Energiebedarf der Heizungsumwälzpumpe
kann über den hydraulischen Abgleich um durchschnittlich 40 % gesenkt
werden. Spitzenwerte bis 85 % sind aber auch keine Seltenheit! Laut
den ennähernd gleichen Berechnungsgrundlagen von Wilo, Grundfos
und Laing kann heute beispielsweise eine noch vor ca. 5 Jahren übliche
Heizungsumwälzpumpe mit ca. 70 Watt Energieaufnahme je Stunde heute
durch einer Hocheffizienzpumpe mit nur noch ca. 10 Watt Stromaufnahme
ersetzt werden, die Amortisationszeit dauert in der Regel nur zwei Jahre.
Es lohnt sich also, auch eine noch funtionstüchtige Heizungspumpe
auszutauschen, das Argument `Die ist doch noch gut!´ zieht nicht
mehr.