Rohrleitungen
in Solaranlagen verkalken im Bereich der Wärmetauscher im Solarspeicher
Solaranlagen
speichern die gewonnene Wärme in einem Wärmespeicher / Solarspeicher.
Darin herrschen nach einem sonnigen Tag oft eine Temperatur von über
90°C. Über einen Wärmetauscher wird die Sonnenenergie
an das Brauchwasser übergeben. Es fließt dazu durch eine
Spirale aus Kupferrohre, die im oberen Ende des Speichers angeordnet
sind. In der Spirale kann das Brauchwasser ebenfalls bis zu 90°C
heiß werden und wird später durch Beimischung von Kaltwasser
wieder auf verträgliche Temperaturen gebracht. Diese Konstruktion
mit innen liegendem Wärmetauscher wird von vielen Herstellern verwendet
und gehört zu den meistverkauften Solarsystemen in Deutschland.
Eigentlich gilt sie auch als besonders effizient - jedoch verursacht
gerade diese Konstruktion die Verkalkung in besonderen Maße, denn
wenn hartes Wasser auf mehr als 60°C erwärmt wird, wird Kalk
abgelagert. Folge: Die Röhren verstopfen, die Leistung des Wärmetauschers
sinkt ebenso wie die Menge des durchfließenden Wassers.
Andere bisher aber nur von wenigen Herstellern favorisierte Solarsysteme
verwenden Trinkwassermodule, die außen an den Schichtenspeicher
angeflanscht werden. Im Speicher selbst befindet sich nur normales Heizungswasser,
d.h. es fließt nicht ständig neues Trinkwasser und damit
neuer darin gelöster Kalk in den Speicher. Diese Schichtenspeicher
können nicht verkalken, und hygienischer und wirtschaftlicher sind
sie nebenbei auch.
Kalkhaltiges Wasser ist kein spezielles Problem für Solaranlagen.
Bekanntermaßen sind auch andere Geräte wie Durchlauferhitzer,
Waschmaschinen oder Wasserkocher davon betroffen. Eine klassische Heizungsanlage
wie Ölkessel oder Gaskessel sind dagegen von der Problematik in
der Regel nicht betroffen, da sie das Wasser auf unter 60°C aufheizen.
Nur wenn wiederum das Trinkwasser und damit das Duschwasser nicht ausreichend
aufgeheizt wird, ergibt sich eine Legionellengefahr: Laut aktueller
Studien findet die Vermehrung von Legionellen in einem Temperaturbereich
zwischen 25 bis 50°C statt, das optimale Wachstum liegt bei 35 bis
37°C. Erst ab 48°C wird das Wachstum gehemmt, ab 55°C kommt
es langsam zum Absterben, während Temperaturen über 60°C
in der Regel nicht überlebt werden.