Vakuumdämmsysteme
sind marktreif und haben eine Wärmeleitfähigkeit, die zehnmal
niedriger ist als andere Dämmmaterialien
Ein gut
gedämmtes Haus spart viel Energie, deshalb sind Konstrukteure im
Bauwesen bestrebt, neue und verbesserte Wärmedämmsysteme für
Gebäude zu entwickeln. Styropor, Mineralwolle, Kork, Hanffasern
sind begehrte Materialien mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit:
sie reduzieren den Austausch von Wärme zwischen der Außenwand
und der Innenwand. Das Problem dabei ist, dass die Wärmedämmung
am Haus trotz der niedrigen Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe
immer dicker werden muß, da die Anforderungen steigen. Herkömmliche
Dämmstoffe wie Styropor oder Wolle können den Austausch von
Wärme nicht vollständig verhindern, weil sie Luft oder andere
Gase in ihren Zwischenräumen enthalten.
Die Lösung ist das Prinzip des Vakuum. Forscher am Fraunhofer-Institut
für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg haben gemeinsam mit Industriepartnern
Vakuum-Isolations-Paneele - kurz VIPs - zu einer bautauglichen Wärmedämmung
entwickelt. Das Prinzip funktioniert ähnlich dem einer Thermoskanne:
Die Vakuumdämmplatten bestehen aus einem porösen Stützkern,
ummantelt mit einer speziellen wasserdampf- und gasundurchlässigen
Folie. Diese Beutel werden auf einige Millibar evakuiert und versiegelt.
Die Beweglichkeit der wenigen Luftmoleküle ist in den Poren deutlich
eingeschränkt. Dadurch ist die Wärmeleitung der Luft unterbunden,
es wird kaum noch Wärme ausgetauscht. Scharfe Gegenstände
können die Folien jedoch leicht verletzen und schnell wäre
das Vakuum aufgehoben. Deshalb haben die Entwickler die VIPs zusätzlich
in Polystyrol eingeschäumt. Insgesamt ist das Material ein praxistaugliches
Wärmeverbundsystem, das sich am Bau sehr leicht handhaben lässt.
Die LockPlate-Platten sind so konstruiert, dass mit nur drei Standardgrößen
fast 100 Prozent der gesamten Wandfläche abgedeckt werden können.
Die Paneele lassen sich an bestimmten Stellen zurechtschneiden, dies
war mit anderen Vakuumdämmsystemen nicht möglich.
Die VIPs besitzen eine Wärmeleitfähigkeit, die um das Zehnfache
niedriger ist als die anderer Dämmmaterialien wie Styropor. Bald
soll LockPlate als Bausystem zugelassen sein und es ist zudem erheblich
dünner: Während herkömmliche Verbundsysteme im Passivhaus
bereits 20 bis 30 Zentimeter dick sind, schlägt das LockPlate-System
nur mit neun bis elf Zentimeter zu Buche - für Architekten ein
enormer Pluspunkt. Auch für den Altbau, der nachträglich isoliert
werden soll, ist LockPlate bestens geeignet.