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Wärmepumpen
- Fluch oder Segen?
"Ein
gut funktionierendes Wärmepumpensystem leistet einen großen
Beitrag für den Klimaschutz und die Energieeinsparung", so lautete
die öffentliche Meinung. In teils verunglimpfender Weise werden kritische
Meinungen zur Wärmepumpe (u.a. in Die Welt, taz, Interview im WDR)
als "unqualifiziert" abgekanzelt.
Ökologische
Betrachtung
Umweltbundesamt, Studie vom 13.04.2007: "Die bis 2030 zu erwartenden
strukturellen Veränderungen in der Stromerzeugung reichen nicht aus,
dass Wärmepumpen ihre technische Reife als umweltbezogenen Vorteil
voll ausspielen können." Warum ist das so? Bei der Stromerzeugung
wird sich an den heutigen Produktionsverhältnissen bis zumindest
2030 von 65 % fossilen Energien gegenüber 35 % regenerativen Energien
(inkl. Atomenergie) kaum etwas ändern. Da sich außerdem der
gemittelte Kraftwerkswirkungsgrad in Deutschland von rund 34 % nicht wesentlich
ändern wird, benötigt eine Wärmepumpe eine Mindest-Jahresarbeitszahl
von ca. 2,7 , um ökologisch genau so effektiv zu sein wie ein normaler
Gas-Brennwertheizkessel. Allein hier fallen schon fast alle Luft-/Wasser-Wärmepumpen
durch, wie diverse Feldtests belegen (www.agenda-energie-lahr.de).
Nun will die Staatengemeinschaft der Welt, allen voran unsere Bundeskanzlerin
(Heiligendamm 2007), die CO2-Belastung als Hauptverursacher des Klimaproblems
bis 2020 um 25 % reduzieren. Bei diesem ökologischen Nahziel muss
eine Wärmepumpe schon eine Jahresarbeitszahl von ca. 3,3 erzielen,
um die unterste Stufe im Klimaschutz zu erreichen. Sie ist damit aber
immer noch weit davon entfernt, überhaupt als umweltverträglich
eingestuft werden zu können. Auf Grund dieser Tatsache hat das Bundesamt
für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das Wärmepumpen
bisher nicht gefördert hat, dem vermutlichen Druck der Wärmepumpen-
und Energielobby nachgegeben und Mindest-Jahresarbeitszahlen für
die Bezuschussung der verschiedenen Systeme und Installationsorte (Altbau/Neubau)
festgelegt. Diese Jahresarbeitszahlen beginnen bei 3,3 einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe
im Altbau. Im Neubau wird bei einem Sole/Grundwasser-/Wassersystem schon
4,0 gefordert. Diese Werte muss der Wärmepumpen-Installateur seinem
Kunden in Form einer "geeigneten Bescheinigung" vorweisen und
neben dem separaten Stromzähler auch einen Wärmemengenzähler
installieren. Da die Wärmepumpen-Kunden über Kenntnisse der
Grundrechenart Dividieren verfügen, und die Werte beider Zähler
auswerten können, ist das Rechtstreitpotenzial mit Blick auf die
durchaus repräsentativen Feldtests riesig. Außerdem droht bei
Nichterreichen der Jahresarbeitszahl die Rückzahlung des Zuschusses
an die BAFA, bis hin zum Strafverfahren wegen wissentlicher Täuschung.
Diversen Feldtests (Grafik: http://www.waermepumpen.de/download/jaz-vergleich.pdf)
zeigen deutlich, dass die geforderten Jahresarbeitszahlen von vermutlich
nur ganz wenigen Systemen erreicht werden kann, nämlich nur von denjenigen
mit optimalsten Rahmenbedingungen (z.B. Fußbodenheizung, EnEV-Dämmstandard
oder besser, geringen Warmwassertemperaturen). Gerade die neuesten Empfehlungen
der Wärmepumpen-Werbung, dem System ein "ökologisches Mäntelchen"
durch die zusätzliche Installation einer thermischen Solaranlage
umzuhängen, führt in eine Sackgasse. Warum? Es sind die Sommermonate,
die die Jahresarbeitszahl auf Grund der höheren Temperaturen von
Luft, Sole oder Grundwasser geringfügig verbessern könnten.
Und das ausgerechnet dann, wenn die Solaranlage die Wärme fast im
Alleingang produziert.
Ökonomische
Betrachtung
Ohne auf die in der aktuellen Presse veröffentlichten Drohungen,
die Strompreise zu erhöhen, einzugehen, kostet der Wärmepumpen-Strom
im Mittel in einem 1- bis 2-Familienhaus inklusive Zählergebühr
? je nach Anbieter ? ca. 16,5 Cent pro kWh, was bei einer Jahresarbeitszahl
von 3,5 einem kWh-Preis von 4,7 Cent entspricht. Die Wärmepumpen-Werbung
vergleicht diesen oft nur mit Öl- oder Gasheizungen, deren kWh-Preis
bei 6,5 bzw. 7,0 Cent (inkl. Zählergebühr) liegt. Gemessen an
einer modernen Holzpelletsheizung, die nicht nur das ökologische
Nahziel, sondern bereits heute das ökologische Endziel (CO2-neutral)
erreicht, sind die Heizkosten mit ca. 4,7 Cent teuer. Die Wärmeversorgung
mit Holzpellets kostet dagegen aktuell durchschnittlich 3,9 Cent/kWh.
Wer zum Beispiel die vom Kesselhersteller Paradigma angebotene 5-jährige
Preis- und Liefergarantie für Holzpellets in Anspruch nimmt, hat
die Heizkosten während der nächsten Jahre sicher im Griff.
Fazit
Da auch die Investitionskosten deutlich für die Holzpelletsheizung
sprechen, bleibt von der "faszinierenden Technologie" nicht
mehr viel übrig. Und das hat nichts mit "Neid und Missgunst"
zu tun, wie Herr Seifert meint, sondern ausschließlich mit nackten
Fakten. Eine Wärmepumpe hat Vorteile gegenüber Gas- oder Öl-Brennwertheizkesseln.
Sie ist aber gegenüber einer Holzpelletsheizung deutlich im Hintertreffen,
da diese CO2-neutral sowie deutlich günstiger bei den Heizkosten
ist. In Verbindung mit einer thermischen Solaranlage ist dieses System
heute unschlagbar. Mehr zu diesem Thema, vor allem Informationen zu Feldtests
(Fakten), u.a. auch des BFE (Schweizerischer Bundesverband für Energie)
finden Sie unter: http://www.waermepumpen.de.
Beim Klick auf die aufgeführten Links sind auch die Quellenangaben
für die jeweils genannten Fakten nachvollziehbar.
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